Der Begriff „Säuberung" ist in der heutigen Deutschsprachigen Gemeinschaft für die meisten Bürger ein fester Begriff. Er stammt aus dem belgischen Inland, wo er unter den Schlagworten „répression" (strafrechtliche Verfolgung) und „épuration" (Säuberung) in der unmittelbaren Nachkriegszeit zum Sinnbild von jenen wohl gemeinten Bemühungen der Entnazifizierung und der Bestrafung von Kollaborateuren wurde. Er steht aber auch für jene Säuberungshysterie, die seit 1944 entstand und mitunter mit fundamentalistischen Ansätzen und in den Anfängen zeitweise unkontrolliert alles Echte oder Vermeintliche ausmerzen wollte, was auch nur irgendwie an den Nationalsozialismus oder an deutschen Nationalismus erinnern konnte.
Der deutsche Begriff „Entnazifizierung" würde diesen Begriff nur verfälschend und verkürzt wiedergeben. Die Säuberung war mehr, viel mehr.
Bis heute hat sich in der Deutschsprachigen Gemeinschaft der Mantel des Schweigens über diese Zeit gelegt. Zu heikel sei dieser Abschnitt der Geschichte, zu gering sei das Faktenwissen, zu emotional werde dieser Abschnitt noch immer von den Zeitzeugen gelebt, wird immer wieder gesagt.
Ist das aber ein Grund, die Geschichte ruhen zu lassen?

rechercher des articles similaires par catégorie