Der Verlag Europese Bibliotheek hat sich seit Jahren darauf spezialisiert in den Niederlanden und in Belgien kleine Bildbände herauszugeben, die jeweils eine Stadt in Einzelansichten zeigen, wie sie auf Ansichtspostkarten bis zum Jahre 1920 zu finden sind. Diese Reihe ist mittlerweile auf eine stattliche Anzahl angewachsen, die, je nach Lage der betreffenden Stadt, mit französischem oder/ und niederländischem Text erschienen sind.
Gerne habe ich dem Vorschlag des Verlages zugestimmt, in die Reihe dieser Veröffentlichungen auch ein Bändchen über die Stadt Eupen aufzunehmen, dazu das entsprechende Bildmaterial zusammenzustellen und es mit einem kleinen Begleittext zu versehen, weil ich glaube, damit einem Wunsche vieler Mitbürger zu entsprechen. Es ist das erste Bändchen der Reihe das mit einem deutschen Begleittext erscheint. Als Bildvorlagen dienten mir ausschließlich Ansichtpostkarten, wie sie seit ihrem Entstehen bis etwa im Jahre 1920 erschienen sind und in Eupen im Umlauf waren. Dabei habe ich versucht möglichst viele Stadtteile zu erfassen. Insbesondere aber habe ich Wert darauf gelegt jene Ansichten zu berücksichtigen, aus denen die Veränderungen im Stadtbild der letzten hundert Jahre am deutlichsten hervorgehen, denn alle bekannten Ansichten Eupener Straßen und Plätze aus jener Zeit würden wohl mehrere Bändchen dieses Umfanges füllen.
Man wird leicht feststellen, daß sich das Bild unserer Stadt besonders in der Zeit zwischen 1860 und 1900 stark gewandelt hat. Das dürfte in der Hauptsache auf die Tätigkeit des Bürgermeisters Mooren zurückzuführen sein. In seiner Amtszeit von 1881 bis 1905 hat er vieles zur Verschönerung des Stadtbildes beigetragen.
Seiner Initiative haben wir vor allem die ausgedehnten Grünanlagen und Baumanplanzungen zu verdanken, aber auch die Neupflasterung vieler Straßen und Plätze ist sein Werk. Vieles hat sich seit dem Entstehen dieser Ansichtspostkarten in Eupen verändert.
Von denen die in dieser Stadt leben wurde es manchmal kaum wahrgenommen. So möge die vorliegende Sammlung für meine älteren Mitbürger zu einer Auffrischung lieber Erinnerungen werden. Sie werden gewiß über dem Betrachten ins Erzählen kommen: „Damals als die „Tram" noch fuhr... weißt du noch?" Eine jüngere Generation von Eupenern wird sich vielleicht manchmal erstaunt fragen: „Sah das wirklich einmal so aus?" Sie wird es auch sein, die die meisten Vergleiche zieht. Und nicht jeder Vergleich, so meine ich, wird zum Nachteil des alten Stadtbildes ausfallen.

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